KfW ermöglicht langfristige Infrastrukturinvestitionen in Niedrigeinkommensländern


Am 4. März 2009 haben die KfW Entwicklungsbank und Barclays Bank der Firma GuarantCo einen Rückgarantierahmen von bis zu 200 Mio. USD im Rahmen der „Wachstumsinitiative für Arme“ gewährt.  Damit ist ein wichtiger Schritt zugunsten von vermehrter Lokalwährungsfinanzierung von Infrastrukturvorhaben in sehr armen und fragilen Entwicklungsländern getan.


Der Geschäftszweck von GuarantCo ist die Herauslegung von langfristigen Garantien (vorrangig) in Lokalwährungen für Infrastrukturvorhaben in Niedrigeinkommensländern mit dem Ziel, privates Kapital zur Finanzierung entsprechender Investitionen zu mobilisieren. GuarantCo möchte sich für einen Übergangszeitraum (voraussichtlich drei Jahre) das Rating von KfW und Barclays Bank leihen, bis GuarantCo ein eigenes international anerkanntes externes Rating erhält. Das Vorhaben wird im Rahmen eines „Public Private Partnerships“ (PPP) durchgeführt.


Die global agierende Institution setzt ihren Schwerpunkt in Subsahara-Afrika. Zielländer von GuarantCo sind Niedrigeinkommensländer nach den DAC-Einstufungen 1-3. Die in diesen Ländern unzureichende Infrastrukturversorgung ist als eines der zentralen Entwicklungshemmnisse für Wirtschaftswachstum und für Armutsminderung anerkannt. Sektoral betrachtet sollen Projekte in den folgenden Bereichen finanziert werden: Energie, Wasser/¬Abwasser, Transport und Kommunikation, städtischer Wohnungsbau, Landwirtschaft und Rohstoffabbau, sowie andere Projekte mit positiver Infrastrukturwirkung.


Bisher hat GuarantCo bereits Vorhaben in Palästina, Tschad, Tansania und Indien ermöglicht. Nach drei Jahren plant GuarantCo mit einem Portfolio von 20-25 Garantien (250-300 Mio. USD). Auf dessen Basis strebt die Firma – trotz des Fokus auf Niedrigeinkommensländer – ein gutes, international anerkanntes externes Rating an. GuarantCo hält ein solches Rating für erzielbar, da bei Garantien für Lokalwährungstransaktionen Konvertibilitäts- und Transferrisiken für die Grundgeschäfte entfallen, strenge Projektfinanzierungskriterien angelegt werden und die Zusammenarbeit mit multi- und bilateralen Finanzinstituten gesucht wird.


Aus entwicklungspolitischer Sicht besitzt das Engagement eine hohe Förderungswürdigkeit. Das Vorhaben stärkt substantiell die privatwirtschaftliche Initiative im Bereich der Infrastruktur in benachteiligten Ländern (speziell in Afrika) in dem es adäquate Finanzierungsstrukturen für kommerziell tragfähige Einzelprojekte über den lokalen Finanzmarkt über eine innovative Finanzierungsstruktur ermöglicht. Durch die Gewährung von Garantien in Lokalwährung sind positive Auswirkungen auf die Entwicklung der lokalen Finanzmärkte sowie eine Verbesserung der lokalen Investitionsrahmenbedingungen zu erwarten. Das Engagement der deutschen Finanziellen Zusammenarbeit ermöglicht es GuarantCo, Garantien zunächst bis zu einem Doppelten ihres Eigenkapitals herauszulegen. Bei der Rückgarantie für GuarantCo handelt es sich um ein „Instrument für langfristige Finanzierung in lokaler Währung“, wie es von der G8 in Heiligendamm gefordert wurde.

 


Die Initiative unterstützt die Umsetzung der Millennium Development Goals (MDGs) in besonderem Maße. Durch die Bereitstellung wirtschaftlicher Infrastruktur tragen die geförderten Investitionen nachhaltig zur Armutsminderung, zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung und zu wirtschaftlichem Wachstum in strukturschwachen Regionen bei (MDGs 1 und 7). Durch die Einhaltung von internationalen Umweltstandards bei Investitionen leistet GuarantCo einen Beitrag zur Sicherung ökologischer Nachhaltigkeit (MDG 7). Im Fall der Finanzierung von Telekommunikationsprojekten leistet das Vorhaben einen Beitrag zur Erweiterung des Zugangs zu Informations- und Kommunikationstechnologien (MDG 8).

 

Die Wachstumsinitiative für Arme wurde vom BMZ und der KfW Entwicklungsbank am 15. November 2007 in Berlin ins Leben gerufen. Sie zielt darauf ab, die Finanzsektoren in Entwicklungsländern zu stärken, deren unzureichende Leistungsfähigkeit zu den wesentlichen Engpässen für wirtschaftliches Wachstum zählt. Über innovative, strukturierte Finanzierungen will die KfW Entwicklungsbank überdies private Investoren für eine Zusammenarbeit in der Finanzierung gewinnen, so dass insgesamt ein nochmals deutlich höheres Volumen für Armut reduzierende Vorhaben mobilisiert werden kann.


GuarantCo ist eine 2005 gegründete Firma mit Sitz auf Mauritius. Gründer und Eigentümer von GuarantCo sind die Regierungen der Niederlande (über FMO) sowie die Private Infrastructure Development Group, eine Initiative der Regierungen Schwedens (über SIDA), der Schweiz (über SECO) und des Vereinigten Königreichs (über DFID). Frontier Markets Fund Managers (FMFM), eine Tochter der Standard Bank South Africa, managt GuarantCo aus London heraus. Zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit haben die Eigentümer GuarantCo mit Eigenkapital in Höhe von 73 Mio. USD aus Entwicklungshilfemitteln ausgestattet. eine Erhöhung des Eigenkapitals auf bis zu 100 Mio. USD ist beabsichtigt (siehe www.pidg.org).